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Psychosomatik #13 Erleichterung

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Samstagmorgen. Der Wecker schmeißt mich um kurz vor acht aus dem Schlaf. Es fühlt sich an, als wären Tonnen von Last von meinen Schultern gefallen. Endlich. Es hat viel zu lange gedauert. Eigentlich war es schon für den Donnerstag geplant, der leitenden Psychologin meinen Teil in der Geschichte um den Tod des Freundes zu erklären. Aber so wie das immer ist, haben Leute in der Position grundsätzlich einen erheblichen Zeitmangel. So auch sie. Deshalb hat das alles etwas frustrierend geendet. Ich konnte ihr das einfach nicht verständlich machen. Auch, wenn ich vorher gut geübt habe, was ich sagen wollte (der ehemalige Herr Kliniktherapeut fand es mal ziemlich amüsant, als ich ihm erklärt hatte, dass ich vorher stundenlang das Zimmer auf und ab laufe und übe, was ich sagen möchte, damit es auch unter Stress geht) und den Text zusätzlich noch handschriftlich mitgebracht habe für den Fall, dass es doch nicht klappt. Freitag. Therapiegruppe. Mein Plan war es zumindest einen Bruchteil von d...

Psychosomatik #12 Veränderungen

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Die positiven Nachrichten vorweg – der Corona – Test war negativ. Impfung und Booster scheinen mich ein bisschen gerettet zu haben. Kein Corona zu haben, heißt vorläufig bleiben zu dürfen. Wie lange auch immer. Auf jeden Fall noch zwei Wochen, ob es eine Verlängerung gibt, wird zwar schon entschieden sein, aber ich weiß von der Entscheidung noch nichts. Da muss ich morgen mal nachfragen. Ansonsten ist meine Zimmernachbarin heute abgereist. Und so wie es aussieht, bleibt das Zimmer erstmal leer. Ruhe für mich. Endlich. Auch wenn wir viele gute Gespräche hatten, aber was ich immer noch am allermeisten brauche, ist Zeit und Ruhe. Und gerade ihre letzte Woche war sehr schwer und ich habe so viel meiner Energie zum Tränen trocknen verbraucht. Der letzte Freitag, das Gespräch mit der leitenden Psychologin und dem ehemaligen Herrn Therapeuten, hat noch etwas angestoßen. Die leitende Psychologin wollte etwas von Zukunft wissen, was ich ihr geschwind präsentieren konnte. „Mir fehlt da ein biss...

Psychosomatik #11 Gedanken zum Montag

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Es ist so still hier, wie es selten in meinem Leben war. Tag für Tag. Woche für Woche. Überleben. Existieren. Aktuell zumindest in einem geschützten Rahmen. Jeden Tag wird mir ein bisschen mehr klar, wie viel ich gehen lassen musste. Und wie sehr ich versucht habe, das zu verdrängen. Dass all die Menschen die mal da waren, nicht mehr Teil meines Lebens sind. Dass so generell und überhaupt niemand mehr nach mir fragt. Es ist schon erstaunlich, dass man – um auf die Frage „Wie geht es Dir eigentlich?“, Termine in vertikalen Beziehungen braucht. Dass man nicht einfach mal so jemanden anrufen kann, weil einem danach ist. Also… - könnte ich vielleicht sogar. Aber dann zu erklären: „Naja ich bin in der Psychosomatik, aber es geht mir eigentlich gut“, das ist irgendwie nicht zielführend. Ich vermisse es so sehr irgendwo im Café zu sitzen, oder bei einer Freundin, die ich mal hatte auf dem Küchenfußboden und über alles Mögliche zu sinnieren. Und manchmal wünsche ich mir, ich hätte dieses Z...

Psychosomatik #10 Ein Freitagnachmittag

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Freitagnachmittag. Am Vormittag in der Gruppe gab es ein heilloses Durcheinander. Es muss wohl irgendwelche Konflikte gegeben haben, die völlig an mir vorbei gegangen sind. Ich bekomme ja auch wenig mit irgendwie. Es war nicht der richtige Zeitpunkt meine Befindlichkeiten in die Gruppe einzubringen, wie auch später Herr Therapeut sagen wird. Am Ende machen wir noch eine kurze Runde, wie es uns allen gerade geht. „Ich kann zur Gruppendynamik leider gar nicht viel sagen“, erkläre ich, um es wenigstens aufzugreifen. „Ansonsten gibt es immer noch Krieg in meinem Kopf.“ Herr Therapeut und die Co – Therapeutin sitzen mit im Raum. „Was machen wir jetzt Frau Mondkind, kriegen wir Sie durchs Wochenende?“, fragt Herr Therapeut. „Ich glaube schon“, entgegne ich. „Ich glaube nicht“, sagt die Co – Therapeutin. „Vielleicht sollen wir sie an die Pflege anbinden oder Du redest nochmal mit ihr“, fügt sie hinzu. „Frau Mondkind, was wollen Sie?“, fragt er. „Ich würde nachher nochmal zu Ihnen kommen“, sa...