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Von AGUS - Gruppe und Krisenintervention

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Dienstagabend. AGUS – Gruppe.  Manchmal ist die immer noch sinnvoll. Ich haue raus, dass ich umziehen werde. Einen Job woanders beginnen werde. „Ich hätte nicht gedacht, dass das so viel mit mir macht, aber der Ort in der Ferne war unsere letzte gemeinsame Idee. Die Wohnung das letzte gemeinsam begonnene Projekt, das nie fertig geworden ist. Und jetzt, wo alles final ist, merke ich, wie viel das mit mir macht, das loszulassen. Und mir einzugestehen, dass das Leben hier mich am Ende auch nicht glücklich gemacht hat.“ Ich habe lange nicht mehr geweint in dieser Gruppe. Aber heute – heute ist so ein Tag.  Wir haben einige Neue in letzter Zeit bekommen und mehrere haben ihre Partner verloren. Das macht das Ganze auch für mich mal wieder interessanter, weil ich mich mehr damit identifizieren kann. Heute bringt ein Teilnehmer die Frage ins Spiel, ob und was es für einen Unterschied macht, ob so ein Suizid ganz plötzlich und unerwartet passiert, oder vielleicht aus einer Situation he...

Von einem Coaching - Termin

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Es ist 17:15 Uhr an diesem Donnerstag, als ich den Motor von Möhrchen starte.  Wenn man bedenkt, dass ich es die letzten Tage nie großartig vor 20 Uhr aus der Klinik geschafft habe, ist das schon ganz okay – allerdings trotzdem später als geplant. In 45 Minuten muss ich bei der Coaching - Frau sein und mit Berufsverkehr wird das knapp. Unpünktlichkeit wird da nicht so gern gesehen – trotz dessen, dass sie mit einem Intensivmediziner verheiratet ist und Unberechenbarkeit bekannt sein müsste. Die Adresse gebe ich schnell beim Fahren ein und etwa 40 Minuten später biege ich in ein Neubaugebiet in der Nachbarstadt ein. Keine Ahnung, ob ich das wirklich richtig verstanden habe, dass sie ihre Praxis jetzt auf deren Grundstück hat, aber das werde ich gleich heraus finden. Das Haus sieht auf jeden Fall recht hübsch aus. Modern mit vielen Blumen in den Fenstern. Und einem Garten, der so aussieht, als würde da noch ein recht intensives Frühjahrsprojekt entstehen.  Mit ein bisschen Unbeh...

69 Monate - von großen Entscheidungen

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 Hey mein lieber Freund,  schon wieder Monatstag. Das Jahr rennt bisher. Und gerade geht ein sehr bedeutsamer Monat zu Ende.  Ich werde weiterziehen. Wenn der Sommer sich dem  Ende neigt, dann werde ich meine Sachen hier im Ort in der Ferne packen und ein paar hundert Kilometer von hier weg ziehen. Dort werde ich dann in der Psychsomatik anfangen zu arbeiten. Ehrlich gesagt – bis vor ein paar Wochen hatte ich das selbst noch nicht so richtig auf dem Schirm. Ich habe nur mit wenigen Menschen darüber gesprochen im Vorhinein. Den meisten wollte ich es erst sagen, wenn es wirklich final ist. Ansonsten wirst Du ständig danach gefragt und vielleicht musst Du dann doch erklären, warum Du nicht gegangen bist... - Du weißt schon, alles kokmpliziert.  Es gibt jetzt Einige, die meinen, dass das eine mutige Entscheidung gewesen sei. Ich weiß nicht, ob ich es mutig nennen würde, ehrlich gesagt. Solche Entscheidungen sind eigentlich immer dann gefallen, wenn die Verzweiflung ...

Von einem Wochenend - Telefonat

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 Ich habe einen Kumpel am Telefon.  „Ich weiß nicht. Irgendwann fragst Du Dich schon ein bisschen, wer Du bist. Ich meine, abgesehen davon, dass die letzten sechs Jahre und dieses permanente Versacken in der Klinik, Dir sowieso ein bisschen die Identität genommen haben. Warum kann ich nicht mal irgendwann an einem Ort bleiben? Warum kann es sich nicht mal irgendwann richtig und gut genug anfühlen? Warum renne ich permanent allem und jedem hinterher, ohne das jemals so richtig zu erreichen? Zumindest gefühlt nicht. Anfühlen tut es sich wie Verlieren. Ein wiederkehrendes Erleben. Immer verliere ich am Ende.“ „Mh... - wie war das Wochenende?“, fragt er.  „Naja, ich war im Kino. Das war ganz okay. Ich habe aber ein bisschen auf ein paar Emotionen in mir gehofft. Film, Musik und geschriebene Worte – oder Kunst im Alllgemeinen – können das normalerweise. Aber irgendwie... ich glaube ich bin zu erschöpft von allem.“ „Vielleicht ist es ganz gut, dass Du nochmal mit der Coaching -...

Gespräche im Dienst

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Sonntag.  Dienst.  Nicht nur meine psychische, sondern auch meine körperliche Verfassung ist langsam ziemlich am Ende.  Ich rattere meinem Oberarzt ein paar Aufnahmen herunter. Es ist viel zu tun an diesem Sonntag. Zum Glück ist es nacheinander gut abzuarbeiten, aber ich komme auch nicht dazu, mich mal eine Minute irgendwo hinzusetzen.  „Ey aber Mondkind, Deine Nase läuft ohne Ende“, unterbricht er mich zwischendurch. (Und auch wenn ich dann irgendwann weg bin, werde ich diesen typischen Tonfall nie vergessen). „Ja, ich bin etwas erkältet“, bestätige ich.  „Hast Du irgendetwas genommen? Soll ich Dir etwas bringen? Brauchst Du Medikamente?“ „Alles gut, maximal eine Ibu, aber die habe ich auch hier in der ZNA“, entgegne ich.  Und wieder sind es die Außen – Menschen, die sich kümmern. Nachfragen, ob ich etwas brauche. Und manchmal sind es solche simplen Konversationen, die irgendwie das Herz berühren. Am Abend davor hatte der Freund nochmal auf der Türschwelle...

Nachtgedanken

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Es war eine Weile still hier.  Und ist es zu großen Teilen immer noch. Wird es vielleicht noch eine Weile sein.  Ich habe viel geschrieben zwischendurch. Aber nichts war so ausformuliert, dass man es hätte bloggen können.  Der Freund und ich.  In meiner Wohnung.  Wir sitzen uns mit etwas Abstand gegenüber. Ich sitze auf meinem Hocker an der Küchentheke, die ich damals unbedingt in der Wohnung haben wollte. Er sitzt am Esstisch auf einem Stuhl. Seit einem Monat versuchen wir irgendetwas zu klären. Weil die Beziehung immerhin auch Einfluss auf meine Entscheidung hat, wo ich bleiben will.  Was ich mir gewünscht habe, war natürlich schon, dass wir feststellen, dass wir nur unsere organisatorischen Probleme mal lösen müssen, aber an sich schon alles okay ist und wir uns vorstellen können, weiterhin zusammen zu sein und irgendwann eine Familie zu gründen.  Dass die Realität anders aussieht, wusste ich natürlich auch. „Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber sie st...

Gespräche im Dazwischen

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Freitagmittag.  Vor dem Spätdienst.  Wir sitzen in seinem Büro. „Eigentlich dachte ich, die Sache wäre jetzt mal durch, aber aus irgendwelchen Gründen ist die Personalabteilung jetzt doch mal aus dem Tee gekommen und hat mir gesagt, dass ich ab Sommer in der Psychosomatik anfangen könnte zu arbeiten“, erkläre ich. „Und jetzt geht das wieder von vorne los.“ Wir sind eine Weile still.  „Ich bin jetzt halt die Erste, die sich bewegt und das kann halt auch schief gehen. Vielleicht soll man keine Indizien für Garantien mehr suchen, sondern das einfach akzeptieren“, erkläre ich. „Meine Schwester hat mir jetzt auch schon gesagt, dass das natürlich etwas an ihrer Idee hierher zu ziehen oder eben auch nicht ändern könnte, wenn ich jetzt gehe. Aber letztendlich steht das seit zwei Jahren im Raum und da bewegt sich nichts. Ich könnte auch am selben Krankenhaus Oberärztin werden wie das, an dem sie anfangen will zu arbeiten – das hat man mir jetzt proaktiv angeboten. Letztendlich hab...