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Eine Art von Urlaubstag

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 „Kann ich mein Handy haben?“, fragt er und greift schon in die Badetasche, die neben mir steht,  während ich gerade meine noch nassen Haare kämme. „Warte – ich weiß genau wo es ist; Du musst nicht alles umwühlen jetzt“, stoppe ich ihn. Aus dem Augenwinkel sehe ich, wie die Frau neben uns schmunzelt.  Für den Moment wirken wir, wie ein ganz normales Paar. *** Mittwoch.  Ich war Dienstagabend erst spät vom neuen Ort wieder zu Hause und dementsprachend schaue ich etwas verschlafen aus der Wäsche, als der Wecker klingelt. Der Kardiochirurg hatte Dienst und wir wollten uns als Erstes zum Frühstück treffen. Deshalb denke ich, es wäre gut wenn ich bis 08:30 Uhr fertig wäre, damit es nicht zu viel Leerlauf zwischen Dienstende und Frühstück gibt.  Es wird eines der letzten Male sein, dass wir einfach so unter der Woche in das Cafe direkt neben meiner Wohnung zum Frühstück spazieren können.  Der Dienst war wohl relativ ruhig, sodass ich jetzt einen auch relativ wach...

Therapiestunde und Besuch in der Studienstadt

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„Der neue Ort war also ein bisschen wie ein Rettungsring für Sie.“ „Kann man so sehen, ja. Aber den Rettungsring zu erreichen heißt auch nicht, dass man gerettet ist. Es heißt nur, dass man eine Chance hat, sich zu retten. Aber bis zum Ufer ist es noch weit und das geht auch nur mit unglaublich viel Kollateralschaden.“ *** Montagmorgen.  Als ich den Termin bei der Therapeutin damals gemacht habe, habe ich gehofft, den überhaupt wahrnehmen zu können. Nicht, dass es in dem ganzen organisatorischen Chaos hier nicht möglich sein würde. Aber alle anderen Termine sind darum herum gebastelt und es geht.  Mein eigentlicher Plan ist, schon etwas früher los zu fahren, um das Internet an der Uni zu nutzen. Es gibt viel zu erledigen und bei marginalem Internet über den Handyvertrag ist das eher ungünstig.  Allerdings stehe ich wieder ziemlich viel im Stau und muss einen Unfall umfahren. Auf der einen Seite bin ich dann immer froh, dass ich nicht diejenige bin, die in den Unfall verwi...

Zwischen Umzugschaos und zwischenmenschlichen Überraschungen

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„Überleg Dir bitte nochmal, wie ich jetzt die nächste Woche planen soll! Ich würde sonst mal versuchen, den Donnerstag frei zu bekommen.“ Es ist schwierig zu verstehen, was hier gerade passiert.  *** Ehrlich gesagt kann ich mich nicht daran erinnern, dass der letzte Umzug von der Studienstadt in den Ort in der Ferne so anstrengend gewesen ist. Damals bin ich doch gerade ein paar Tage aus der Psychiatrie entlassen worden – wie zur Hölle hätte ich denn das schaffen können? Seit Samstag bin ich ununterbrochen durch Möbelgeschäfte gelaufen und habe gesucht und überlegt, wie ich meine Einzimmerwohnung zweckmäßig und gemütlich einrichten kann. Ich glaube, so viele neue Möbel habe ich für meine Wohnung im Ort in der Ferne zusammen nicht gekauft – der Vormieter hat ja auch netterweise ein paar Möbel einfach stehen lassen und die haben erstmal gereicht. War ein Win für beide Seiten glaube ich, denn ich hätte mir damals auch so schnell erstmal ein Möbilar leisten können.  Und natürlich ...

Letzte Arbeitswoche und Abschied

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Irgendwie bleibt keine Zeit.  Wenn das jetzt noch zwei Wochen so weiter geht, starte ich definitiv nicht in irgendeiner Weise erholt in den neuen Job. Aber wahrscheinlich ist das einfach der Preis, den man eben bezahlt, wenn sich das Leben bald permanent zwischen zwei Orten abspielt – oder drei, wenn man die Wohnung vom Kardiochirurgen mitzählt. (Sidenote: Wenn ich jetzt schon eine halbe Stunde brauche, um aus einer Wohnung weg zu kommen, weil ich zehn mal gucken muss, ob alle Fenster zu sind, die Heizung abgedreht ist, der Herd aus ist, das Licht überall gelöscht ist und ob ich auch wirklich mein Zahnbürstenladekabel dabei habe... - wo genau soll das eigentlich enden...?) Letzter Mittwoch.   Allerletzer Dienst. Von Mittwoch auf Donnerstag. Und da ich die Tage davor schon jeden Tag bis Mitternacht wach war, um mich um die Möbel zu kümmern – denn da muss man die Lieferzeiten beachten und die sollten nicht kommen, nachdem ich angefangen habe zu arbeiten, weil ich dann schlecht z...

Rollenverwirrung und Gespräch

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  „Sie haben meiner Frau eine Nadel gelegt.“ Well – damit hat er jetzt angefangen; ich hätte das einfach nicht mehr thematisiert. „Ich habe wirklich den Dienstarzt gebeten, ob er das nicht machen kann, um nicht noch mehr Rollenverwirrung zu stiften, aber er meinte, er sei schwer beschäftigt.“ „Ja Mondkind – der ist immer schwer beschäftigt.“ Rollenkonflikte at its best.  Er ist mein Oberarzt.  Seine Frau ist meine Coaching – Frau. Ich bin Patientin bei ihr und gleichzeitig Kollegin von ihm. Und jetzt liegt sie auf unserer Station und ich werde plötzlich ihre behandelnde Ärztin.  Er weiß, wie es mir geht.  Sie weiß das auch. Sie weiß wahrscheinlich, dass ich, während ich ihr die Nadel lege, vermutlich immer noch darüber nachdenke, ob ich nicht lieber sterben möchte und gleichzeitig wie ein junges Reh durch ihr Zimmer hüpfe. Es ist eine Situation, in der wir glaube ich beide die Verletzlichkeit im Raum spüren und trotzdem professionell bleiben. „Wie viele Ärzte ha...

74 Monate

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 Mein lieber Freund,  schon wieder der Dritte des Monats. Die Zeit rennt. Und nächsten Monat um diese Zeit sitze ich schon 200 Kilometer entfernt von hier und mache meine ersten Schritte im neuen Job.  Mit der Wohnung – das nimmt langsam Gestalt an. Ich habe alle Liefertermine im Blick und werde die nächsten Tage mal mit Bestellen anfangen. Mit dem Internet – das wird ein größeres Problem. Ich habe einen kleinen Aufruf in meiner whatsApp – Story gestartet, ob irgendwer eine Idee hat und sogar Deine Mum hat versucht, hilfreich zu sein. Aber klar – Eure Familie hat Umzüge auch bis zum Abwinken durch.  Nächste Woche ist erstmal das letzte Mal AGUS – Gruppe. Ich weiß noch nicht, ob ich mir eine Neue suchen möchte. Irgendwie weiß ich noch nicht, ob sich das richtig anfühlt, mehr als sechs Jahre danach.  Ansonsten ist hier gerade große Krise angesagt. Und Du und ich wir wissen beide, dass man den Wecker hätte danach stellen können. Schon als ich diesen Vertrag für den...

Konzertwochenende und Wochenstart

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Samstag. Ich fahre wesentlich später los in Richtung des neuen Wohnortes, als ich das wollte.  Nachdem die Nacht irgendwie kurz war, hatte ich etwas getrödelt. In der neuen Wohnung stelle ich dann fest, dass man vielleicht nicht unbedingt eine Bleibe mieten sollte, die drei Jahre eine Abstellkammer war. Ich wollte mein Internetproblem mal lösen und habe erkannt, dass es weder einen DSL – Anschluss, noch einen Kabelanschluss dort gibt und für mobile Daten gibt es auch kaum Empfang. Das Ganze wird offensichtlich ein größeres Problem.  Danach messe ich noch ein paar Maße aus, die wir vergessen hatten – irgendwie glaube ich, habe ich mich an einer Seite vermessen – da passt doch never ein Sofa und noch ein Schreibtisch an die Wand, aber ich muss das mal mit den Ursprungsmaßen vergleichen – und dann bin ich auch schon wieder ins Auto gesprungen und weiter gefahren.  Während ich auf dem Weg zur Konzertlocation bin fällt mir auf, dass ich mittlerweile doch ein eingefleischtes Fa...