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Zwischen Vergangenheit, Zukunft und Herrn Kliniktherapeuten

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 „ Es gibt Begegnungen, die man nicht vergisst. Unsere gehört dazu. “  - Herr Kliniktherapeut. Heute. *** An mein früheres Ich,  An Dich denk ich. Gerade. Als ich die Landstraße zwischen dem Wohnort und dem Nachbarort entlang fahre und eine Freundin in der Leitung habe, die ich damals in der Psychiatrie kennen gelernt habe.  Es ist endlich Sommer geworden und ich liebe nichts mehr, als den Sommer.  Ich denk dran, dass die Freundin und ich sich damals in Haus 14 auf einer wirklich abgeranzen Station kennen gelernt haben, auf der das Wasser in den Abflüssen stand und es bestialisch gestunken hat. Der Neubau stand damals schon auf dem Gelände, aber er war eben noch im Bau. Ich habe ihn nie von Innen gesehen, weil ich dann irgendwann einfach nicht mehr ständig in der Psychiatrie war.  Ich denk dran, dass sich unsere beiden Leben seitdem so weit entwickelt haben. Sie erzählt mir über ihren Kinderwunsch und die Behandlung und, dass sie auch vorsichtig optimistisc...

Entwicklungen

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Es ist ungewöhnlich still hier.  Was primär daran liegt, dass ich ziemlich beschäftigt bin und so überladen, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll.  Nach dem Urlaub gab es erstmal ziemlich viel Stress mit meiner Schwester, weil die Stress mit ihrer Beziehung hatte. (Spoiler: Es gab Eine, die war am heutigen Pfingstmontag alleine zu Hause ohne den Partner und und Eine, die war mit ihrem Freund bei der Schwiegermutter in Spe...). Naja, kurz gesagt ist bei den beiden wohl wieder Ruhe in die Situation gekommen, aber das hat mich doch sehr mitbeschäftigt.  Wer sich jetzt fragt, was mit dem Kardiochirurgen ist: An der Stelle ist ziemlich Funktstile. Ich habe kürzlich mit einer Kollegin gesprochen, die ihn ein bisschen kennt – zumindest aus Erzählungen – ihr Mann arbeitet nämlich auch in der Kardiochirurgie, die mir dann gesagt hat: „Mondkind, ich glaube, ihr werdet Euch nie trennen. Ihr werdet wahrscheinlich einfach irgendwann nicht mehr miteinander sprechen.“  Und...

Reisetagebuch #2 und Entwicklungen danach

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Ich habe das Auto so weit es geht auf der linken Spur in Richtung Leitplanke gelenkt. Alle paar Minuten geht es mal im Schneckentempo vorwärts, aber insgesamt ist viel Stehen angesagt. Irgendwann rückt das Blaulicht in der Ferne in mein Sichtfeld. Ich höre mir die Sprachnachricht vom Freund meiner Schwester an, nachdem die Situation zwischen den beiden völlig eskaliert ist und ich mir noch nicht sicher bin, ob ich umdrehen muss – wobei das schwer zu realisieren ist, weil ich morgen Dienst habe. Allerdings geht es ihr besorgniserregend schlecht und sie hat gar niemanden in ihrem Umfeld, von dem wir glauben, dass sie mit dem spricht. Währenddessen trudeln Geburtstagsgrüße vom Exfreund ein, der sich wirklich Mühe gegeben hat, eine Nachricht zu schreiben. Denn Geburtstag ist ja heute auch noch. Und auf den Kardiochirurgen – auf den warte ich, seitdem ich am Morgen um sieben Uhr das erste Mal aufs Handy geschaut habe.  Spätestens in diesem Moment des Tages frage ich mich, in was ich hie...

Reisetagebuch #1

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Sonntag.  Irgendwie hatte ich ja doch gehofft, dass der Kardiochirurg und ich uns noch sehen und verabschieden. Am Tag davor hatte ich gesagt, dass ich meine neue gefundene Fahrradroute trotz Putz- und Packtag nochmal fahren möchte, weil das Wetter so schön ist. Er wollte dann sogar mitkommen, war aber nach seiner Nachtdienstwoche doch recht platt und hat gesagt, ich soll abends nochmal schreiben, wie weit ich mit Packen bin. Gegen 21 Uhr habe ich geschrieben, dass ich mit dem „Pack – Game“ erstmal soweit durch bin. Aber das hat er nicht gelesen und ich dachte, vielleicht wacht er dann irgendwann später auf und möchte noch frühs bei mir vorbei kommen, deshalb habe ich extra noch hinterher geschrieben, dass ich halb 9 fahre. Aber ich habe es ihm offen gelassen. Ich möchte nicht mehr diejenige sein, die ihm ständig hinterher rennt. Er meldet sich aber nicht und so düse ich mit etwas Verspätung um kurz vor neun Uhr los.  Gegen Mittag komme ich in der Studienstadt an und der Kumpe...

70 Monate - von Urlaubsstart und den letzten Tagen

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Mein lieber Freund,  ich schreibe den Brief heute schon einen Tag eher, da ich morgen unterwegs sein werde in die Studienstadt und nicht weiß, wie viel Zeit und Lust ich am Abend noch zum Schreiben finde. (Veröffentlicht wird er freilich trotzdem erst morgen...) Ich glaube, ich war selten in unserer alten Heimat an einem Monatstag.  Es ist heute recht warm hier. 24 Grad zeigt das Thermometer und bei Dir war schon immer ab 25 Grad die Toleranzgrenze erreicht. Deswegen mochtest Du auch den Sommer nicht und ich habe Dein „Mondkind es ist schon wieder zu warm“, immer noch in den Ohren.  Gestern habe ich übrigens eine richtig coole Fahrradtour gemacht. Ich wollte etwas mehr Sport machen dieses Jahr und bei diesem Weg muss man nicht groß nachdenken, sondern einfach nur fahren. Genau an der Mitte der Wegstrecke ist auch ein Supermarkt – wenn man dann abends noch einen Salat oder irgendetwas in der Richtung essen möchte, kann man sich das auch direkt mitnehmen.  Mittlerweile...

Das erste Konzertwochenende

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Wochenende.  Das gefühlt erste Wochenende dieses Jahr, an dem überhaupt mal etwas sinnvolles passiert ist, das ein bisschen dazu beitragen könnte, die Akkus wieder aufzuladen.  Tatsächlich war es ungefähr so, wie Johannes Oerding es auf seinem Konzert dann später auch gesagt hatte: Einfach mal alle Sorgen vergessen – die kommen früh genug zurück und die Zeit genießen. Freitagabend habe ich noch flott den Haushalt gemacht – man weiß ja nie, wann man Sonntag wieder hier ist (im Endeffekt war das eine sehr gute Idee...) - ehe ich am Samstag sehr früh aufgestanden bin und in Richtung Hannover gefahren bin. Die Tour war schon eher anstrengend. Da die Autobahn ein größeres Problem hatte, bin ich die letzten hundert Kilometer Landstraße gefahren.  Meine Schwester kam aus der anderen Richtung angefahren. Wir hatten uns im selben Parkhaus nahe der Innenstadt von Hannover verabredet und am Ende kamen wir wirklich fast genau gleichzeitig an. Ich war schon mal in Richtung Ausgang gel...

Vom Ende der Arbeitswoche

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Es kommt immer irgendwann der Moment, an dem man wieder spürt, wie man anfängt wieder im Takt der Welt zu atmen. Zumindest punktuell. Vielleicht ist es das Wochenende, das vor mir liegt, das das erste Freie seit langer Zeit sein wird und mit einem – hoffentlich – wunderbaren Konzert zusammen mit meiner Schwester verbracht werden wird. Vielleicht liegt es an den Antidepressiva, die langsam endlich wirken. Oder auch daran, dass ich mich nicht mehr so alleine fühle, weil ich wieder spüren darf, dass es Menschen gibt, die mit mir gehen. Und vielleicht ist es auch der Frühling mit den helleren Tagen, dem frischen Grün auf den Bäumen, den ersten Blüten des Jahres. Und wahrscheinlich ist es von allem ein Bisschen. Und je nachdem, wie lange es vorher schwer war, grau und trüb, desto schöner ist dieser Moment. Und aktuell spüre ich einfach nur eine tiefe Dankbarkeit.  Und ich weiß, das ist alles andere als stabil derzeit. Das dauert noch. Aber für den Moment ist es okay, für den Moment ist ...