Umbruchsgedanken und -parallelen
Freitagabend. Ich höre schon an den Schritten auf dem Flur, was gleich passieren wird. Aber das nützt mir jetzt auch nichts – ich kann mich schlecht unter dem Tisch verstecken. Es klopft und noch bevor ich etwas sagen kann, öffnet sich die Tür. (Dann kann man es halt auch gleich lassen?) „Frau Mondkind – muss ich Sie jetzt eigentlich jeden Abend hier raus schmeißen?“, fragt er. Jacke schon angezogen, Laptop – Tasche über der Schulter und ich frage mich sofort, ob er jetzt aufbricht in den Norden. Und ich in ein paar Stunden wieder in den Süden. „Nein – ich muss nur noch die Kurvenvisite für die GKV – Patienten machen“, entgegne ich. „Wieso das denn?“, fragt er. „Weil die Montagmorgen um 10 ist und Sie wissen, wie ein Montagmorgen aussehen kann. Aber ich beeile mich, ich möchte auch los.“ Er seufzt. „Am Montag ist die Kollegin wieder da. Ein schönes Wochenende.“ *** Als ich am Abend die Tür hinter mir zu ziehe, bin ich schon ein bisschen stolz auf mich. Klar – die...