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Sechs Jahre

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Hey mein lieber Freund,  kaum zu glauben, dass es heute schon sechs Jahre sind.  Vor sechs Jahren saß ich morgens um kurz nach sechs auf dem Sofa. Natürlich war mein Kopf voll von Sorgen und ich wollte mehr als alles andere wissen, wo Du bist. Und ich mit meinem Katastrophen – Denken hatte mir natürlich schon längst das Schlimmste ausgemalt.  Aber – Du bist niemals auf so einen Moment vorbereitet. Selbst wenn Du denkst, Du bist es. Kaum zu glauben, dass damals die letzten Minuten des Lebens im Davor waren, ohne dass ich davon wusste. Ohne dass ich wusste, dass sich jetzt gleich für immer alles ändert. Und das klingt sehr dramatisch und das war es zu Beginn sicher auch – aber ehrlich gesagt ist dieses Ereignis bis heute tief im Alltag verwoben und immer da, auch wenn es nicht immer gleich präsent ist.    Ich weiß nicht, ob ich jemals werde adäquat beschreiben können, wie sich das angefühlt hat, als Du gestorben bist. Es war, als würde der Körper zu Staub zerfalle...

Reisetagebuch #4 und Urlaubsende

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Die letzten Tage Center parcs waren dann eigentlich so, wie man sie noch aus den alten Zeiten kannte. Damals waren wir morgens immer im Schwimmbad und am Nachmittag wurde dann nach einer Mittagspause eine Radtour gestartet. Für mich waren das als Kind die allerschönsten Urlaube. Manchmal war mir das Brutzeln am Meer im Sommer am Ende echt zu viel, aber im Center parc ist es wirklich nie langweilig geworden. Einzelne „Sonderaktivitäten“ waren auch immer mal wieder eingestreut, wie ein Besuch im Streichelzoo, wo im Frühling die Lämmer meist gerade erst geboren waren. Es gibt Fotos von uns Beiden mit Lämmern auf dem Schoß. Manchmal waren wir auch noch Minigolf spielen oder haben andere der angbotenen Indoor – Aktivitäten gemacht, wenn es draußen zu kalt oder zu regnerisch war. Es gab durchaus Jahre, da waren wir im Schnee dort, wenn die Osterferien sehr früh waren und die Winter sehr lang.  Der Rückweg war dann wirklich lang. Wir sind gegen 15 Uhr aufgebrochen und ich habe mich schon ...

Reisetagebuch #3

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Samstag. Ich bin schon wieder früh wach.  Der Tag beginnt mit einem Hotelfrühstück. Danach lade ich meine Sachen wieder ins Auto und knapp drei Stunden Fahrt bringen mich dann an die Küste der Niederlande.  Wir haben schon ab dem ersten Tag die Fahrräder dazu gebucht und meine Schwester kennt die Wege in die Stadt noch. Ich frage mich, wie das geht nach den ein oder zwei Mal, in denen wir hier waren.  Wir waren doch oft hier, belehrt sie mich. Einige Jahre. Ich weiß ganz sicher nichts von einigen Jahren.  Als wir zurück sind, schaue ich die Fotoalben auf meinem PC durch. Und tatsächlich – es waren mehrere Jahre. Nur habe ich daran absolut keine Erinnerungen.  Am Abend düsen wir nochmal in die Innenstadt. Stellen die Fahrräder an der Promenade ab, schlendern nochmal durch die Stadt und überlegen, wo wir vielleicht mal essen gehen könnten. Meine Schwester möchte noch ein Eis essen und da mein Eiscount dieses Jahr erst bei Eins ist, machen wir das auch noch.  ...

Reisetagebuch #2

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Freitag. Es ist noch früh am Morgen, als die Sonne meine Nase kitzelt. Ich habe die erste Nacht in der neuen Wohnung geschlafen und ehrlich gesagt – dafür, dass ich auf einer Luftmatratze auf dem Boden geschlafen habe, hatte ich eine echt entspannte Nacht. Immerhin knapp sechs Stunden Schlaf. Ich hatte am Tag davor einen Eiskaffee mitgebracht und eine Banane. Gestern Abend habe ich den Kühlschrank über die Nacht in Betrieb genommen. So kalt ist der jetzt nicht geworden – ich hoffe es liegt an der kurzen Laufzeit und nicht am Kühlschrank allgemein, aber ich freue mich über einen zumindest halbwegs kühlen Eiskaffee und eine Banane, die ich auf dem Balkon esse.  Danach räume ich meine Sachen wieder zusammen. Allerdings geht genau als ich das Auto einräumen möchte ein Wolkenbruch los, weshalb ich das etwas verschiebe und mich dem Schreibseln widme.  Gegen 11 Uhr breche ich auf in Richtung Studienstadt. Eigentlich sollte die Fahrtzeit zwei Stunden betragen und ich wollte eigentlich...

Reisetagebuch #1

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 Donnerstag. Ab heute habe ich Urlaub. Ich habe noch zwei AZV – Tage an den Urlaub dran hängen dürfen – ausnahmsweise natürlich nur. Wahrscheinlich, weil es der letzte Urlaub an meiner alten Klinik ist – ab Mitte September irgendwann werde ich dann nur noch den Resturlaub verbrauchen. Ich muss das nochmal ausrechnen lassen, wie viele Tage das dann noch sind.  An diesem Morgen bin ich noch ziemlich beschäftigt. Denn überall wo man ein Problem auch nur erahnen könnte, gibt es ein Problem. Erstmal fällt mir siedend heiß ein, dass man bei mehreren Tagen über 30 Grad vielleicht die Gießanlage auf dem Balkon aufbauen sollte. Zwar vermute ich, dass die Gurken das trotzdem nicht witzig finden und frage parallel den Kardiochirurgen ob er – wenn er schon mal hier ist – eins, zwei Mal zum Gießen kommen könnte. Aber mir ist schon klar, dass ich mir die Frage vom Prinzip her auch sparen kann.  Während des Aufbauens entdecke ich dann, dass meine vor wenigen Wochen gekaufen Hyazinthe vo...

Von einem Coaching - Termin

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Weil ich dich brauch' Man, das kann doch nicht sein Dass du wieder schreibst Und nach all der Zeit Tipp' ich wieder deine Nummer ein Ness - Deine Richtung  ***  Montagmorgen. Frühbesprechung.  Nachdem alle Übergaben von den Wochenenddiensten gelaufen sind und der Chef uns schon an die Arbeit schicken möchte, kommt ihm doch noch in den Sinn, dass wir ja Präventionstag hatten. Zumindest werde ich in der Frühbesprechung nochmal im Helferteam erwähnt und es wird auch hervorgehoben, dass ich erst beim Präventionstag war und danach noch in den Nachtdienst gegangen bin. Ich habe zwar schon gehofft, dass ich mir die Stunden als Überstunden aufschreiben darf – aber letzten Endes ist sowieso auch unklar, was mit den ganzen Überstunden passiert. Aber zumindest möchte ich auch nochmal mein Engagement unterstreichen. Wie mit einem Textmarker leuchtend hervorheben, dass hier nicht irgendwer geht. Ich wäre so gern hier geblieben, wenn die Neuro und die Psychosomatik zusammen sich ein...

Von Präventionstag und Vielleicht in der Beziehung

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 Am Samstag war Präventionstag bei uns am Campus. Eigentlich wollte ich nur eins, zwei Stündchen zum Aushelfen kommen, weil ich danach auch noch Nachtdienst haben würde, aber da sich sonst Niemand aus der Assistentenriege gemeldet hat, bin ich dann doch sechs Stunden da geblieben.  Die Neurologie hat Doppleruntersuchungen der Halsgefäße angeboten und das war das, was ich sechs Stunden ununterbrochen gemacht habe. Und ehrlich gesagt: Es war richtig schräg. Unser Zelt stand praktisch direkt neben der kleinen Bühne, auf der ein DJ engagiert war und der hat gar keine schlechte Musik gemacht für meinen Geschmack. Allerdings war es beinahe so laut, dass man sein eigenes Wort kaum verstanden hat.  Vor unserem Zelt stand eine lange Schlange und irgendwie wollten ja alle zu mir und dass ich mir zwei Minuten im Schnelldurchlauf die wichtigsten beiden Gefäße anschaue.  Und während ich Einen nach dem Anderen geschallt habe, mein Fuß im Takt  der Musik gewippt ist und mir zw...