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Von Wochenende und Wochenstart

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„Bist Du jetzt erst losgefahren?“, fragt mein Gegenüber etwas entgeistert, weil ich ihn noch ein paar Minuten vertröstet hatte. Es ist fast halb 10 mittlerweile und ich bin wirklich froh, dass ich mich zum Telefonieren verabredet habe – ansonsten wäre die Einschlafgefahr doch irgendwie erhöht.  „Ja bin ich“, entegene ich. „Eigentlich war ich schon halb Acht startklar, nachdem der Chef und ich sich doch mal auf Teamwork geeinigt haben, weil wir beide heute noch mehrere hundert Kilometer fahren müssen. Aber dann gab es Eskalation mit dem Freund und dann ist eben jetzt. Weiß ich nicht – wahrscheinlich hat er sich gedacht, ich soll nicht auf die Idee kommen, mich in dieser Beziehung vielleicht mal zu entspannen. Weil das hat er jetzt wieder torpediert und das wird jetzt wieder ein paar Wochen dauern.“ „Und es war aber schon als Paarzeit geplant dieses Wochenende?“, hakt mein Gegenüber nochmal nach, nachdem ich erklärt habe, dass er in das geplante Paarwochenende wieder ohne Rücksprache...

Wenn die Welten wieder fallen

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 „Wir müssen etwas ökonomischer arbeiten“, sagt der Chef, nachdem er an mein Büro geklopft und schon in dem Moment die Tür geöffnet hat. Das fällt ihm aber früh ein.  „Ich denke auch, ja“, entegene ich. Am Abend davor hat er mich noch ermahnt die Medikamentenlisten in den Verlängerungsanträgen zu formatieren und am Mittag hatte er auch noch drei Sonderaufgaben für mich, aber danach hat er wahrscheinlich gesehen, um welche Uhrzeit ich gestern meine Kurvenvisiten geschrieben habe. Ich hätte den Zeitstempel ändern können – habe ich aber nicht. „Wir müssen doch nicht alles doppelt machen – ich würde vorschlagen Sie bereiten die Kurvenvisite vor und ich mache die Chefarztvisite. Sie dürfen sich da auch ruhig auf mich verlassen. Sie sollen heute nicht so lange hier sitzen“, sagt er.  „Okay, Danke“, entgegne ich. „Das kommt mir gelegen, weil ich heute noch in den Süden fahren muss.“ „Und ich muss heute noch in den Norden“, sagt er.  Irgendwie ist das ein sehr merkwürdiger M...

Impressionen und Gedanken

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„Mondkind, ich will nichts mehr von diesem Bett hören“, sagt er verärgert und es ist klar, dass er das ziemlich ernst meint.  Ich verstumme und das Telefonat ist wenige Minuten später beendet.  Und dann sitze ich erstmal fast eine Stunde auf dem Boden und schaue auf die Wand vor mir. Halb in Gedanken, obwohl heute eigentlich noch einiges zu tun wäre.  *** Dass ich in einer Psychosomatik mal wieder bis 20 Uhr abends auf der Arbeit sitze, hätte ich irgendwie auch nicht gedacht.  Gestern sind dann irgendwelche Verlängerungsanträge in meiner Arbeitsliste gelandet und da ich keine Ahnung hatte, was ich damit machen soll, habe ich die Kollegin um Hilfe gefragt: „Schau es Dir halt an und entscheide, was Du machen möchtest“, war die Rückmeldung. Ja – soweit wäre ich gerade auch noch selbst gekommen.  Im Moment habe ich eine Station alleine, die eigentlich für zwei Ärzte gedacht ist und ich bin ja weiterhin noch neu und brauche für manche Dinge einfach sehr viel länger. ...

Gedanken am Sonntagabend

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Und ich hab Heimweh nach Deinem Herzschlag Und ich muss einsehen,  dass ich Dich mehr als sehr mag.  Florian Künstler - der Grund *** Während ich Sonntagabend im Auto sitze, ist während des Musik hörens immer ein bisschen Zeit zum Nachdenken. Oder während des Telefonierens.  Ich möchte aktuell erstmal gar nicht weiter auf die Arbeit eingehen. Ab morgen werde ich die Station alleine haben und so viele Patienten gleichzeitig betreuen, wie noch nie in meinem Leben. Medizinisch wird das sicher keine große Herausforderung, aber nach zwei Wochen Einarbeitung an wirklich alles zu denken – wir sind Ärzte, Sekretärin und Arzthelferin in einem – und bei der Masse an Patienten nicht den Überblick zu verlieren, wird die Hauptaufgabe. Grundsätzlich bin ich immer noch sehr unzufrieden mit meiner Tätigkeit und sehe keinen großen Gewinn zur Neuro. Schön ist, dass ich mich mittlerweile hochoffiziell mit Psychopharmakotherapie und Therapieformen im Rahmen der Verhaltenstherapie beschäftige...

Vom Leben in einer neuen Welt

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 „Ist das Ihre erste Stelle?“, fragt mich der Oberarzt, bei dem ich gerade einen Termin zur Einarbeitung habe. (Sehe ich aus wie frisch von der Uni? Ist das ein Kompliment?) „Nein – ich habe vorher schon sieben Jahre in der Neurologie gearbeitet“, entgegne ich. „Ach so... - dann haben Sie einen Facharzt...“ Ich weiß nicht, ob das eine Frage, oder eine Aussage sein soll.  „Ja, habe ich“, bestätige ich. „Und jetzt... - wollen Sie einen zweiten Facharzt?“, hakt er nach.  „Genau“, antworte ich.  „Naja Sie wissen ja – Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Und jetzt fangen Sie nochmal von vorne an.“ „Jep, kann man so sehen“ *** Die ein oder anderen Leser erwarten vielleicht schon ein kleines Update von mir.  Zum Einen habe ich mir eine Integration in eine neue Klinik aber wirklich einfacher vorgestellt und zum Anderen läuft es weiterhin nicht, wie ich es gern hätte.  Es ist schon ein komisches Gefühl, als Fachärztin seine Facharzturkunde mal kurzfristig komplett zu v...

75 Monate - Ein Neubeginn

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Mein lieber Freund,  Wow – was war das für ein Monat? Irgendwo zwischen Abschied und Neubeginn. Räumlich, beruflich und emotional.  Ehrlich gesagt kann ich es mir kaum vorstellen, dass mein letzter Tag in der Neurologie erst einen halben Monat her ist. Es ist so viel passiert in der Zwischenzeit, dass es mir schon viel länger her vorkommt. Meine Schlüssel habe ich erst im so ziemlich letztmöglichen Moment abgegeben. Irgendwie war das echt eine große Überwindung einen Ort, der auch ein Stück zu Hause war zu einem Platz zu machen, an dem ich nur noch Gast bin.  Und natürlich vermisse ich einige Menschen. Meine Kollegen, mit denen ich mir das Arztzimmer geteilt habe, meinen SU – Oberarzt mit seinen zynischen Sprüchen und natürlich meinen Intensiv – Oberarzt. Und am Ende hat man eben doch weniger Kontakt, als man hofft. Ich hatte auch gar keine Zeit die letzten zwei Wochen.  Die zweite Hälfte des Monats war ich mit Umzug beschäftigt. Wobei „Umzug“ an der Stelle eigentlic...

Von einem Telefontermin mit der Therapeutin

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Montagabend gibt es noch Diskussion mit dem Freund. Fahre ich am nächsten Tag nochmal in die Studienstadt? 800 Kilometer an einem Tag nach zwei sehr anstrengenden Umzugswochen? Aber von meiner Mum kam auch ein SOS und sie würde sich wünschen, dass ich vorbei komme. Es liege ja am Weg, sagte sie. Also am Weg liegt es nicht und ich hatte ihr auch nicht gesagt, dass ich eventuell in die Studienstadt möchte. Der Freund befindet es für „Käse“, jetzt „10 Stunden durch die Republik zu gondeln für etwas, das man auch am Telefon lösen kann.“ Aber Telefon ist eindimensional, erkläre ich. Da muss man alles über die Worte lösen.  Ich bin immer noch unsicher und stelle mal einen Wecker auf halb 5. Da ich allerdings wieder erst gegen 2 Uhr einschlafe, ist das dann doch ziemlich hinfällig. Es geht einfach nicht bis zweieinhalb Stunden Schlaf auf den Konto. Der Freund kommt am Morgen nach seinem Nachtdienst noch zum Frühstück und fast auf die Minute als er wieder los gezogen ist, ist es auch schon...