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Psychiatrie #50 Von Krisengesprächen und Dankbarkeit

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Was war das denn für ein crazy Nachmittag? Jetzt sitzt Mondkind gerade auf ihrem Bett. Tränen. Trauer, Verwirrung und tatsächlich auch ganz viel Dankbarkeit. Achtsamkeit (also Mondkinds Heulstunde der letzten Wochen) fällt an diesem Nachmittag aus. Die Zeit nutze ich für einen kleinen Spaziergang. Weit war ich gar nicht unterwegs und langsam bin ich auch gelaufen, aber als ich wieder da bin, bin ich komplett erledigt. Der Sturm ist weniger geworden und so richtig hat der Spaziergang den Kopf auch nicht durchgepustet. Kaum liege ich mit den geklebten Kopfhörern auf dem Bett, steigen mir schon wieder die Tränen in die Augen. Zum Glück ist die Zimmernachbarin ausgeflogen. Plötzlich klopft es. Wer will denn jetzt schon wieder etwas – der Arzt hatte doch gesagt halb vier…?! Und dann… - steht Herr Therapeut in der Tür. „Was machen Sie denn hier?“, frage ich. Vielleicht etwas zu entsetzt. Beim Heulen ertappt… „Ich wollte nach der Stunde heute Morgen nochmal nach Ihnen scha...

Psychiatrie #49 Über ein lang ersehntes Einzelgespräch

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Einzelstunde. Nach fast zwei Wochen. Sollte viel reißen. Eigentlich. Hat es mal wieder nicht. Nach dem Geschreibsel – Verbot. Nachdem Herr Therapeut keine Ahnung mehr hat, wo ich eigentlich bin. Nachdem ich bestimmt die Hälfte der Stunde brauche, um alles neu zu entwickeln. Die Vorbereitung von Einzelstunden wird langsam auch zur mühsamen Kleinstarbeit. Wie früher, vor Geschichtsprüfungen. Der ganze Text, jedes Wort wird vorher aufgeschrieben, wie damals alle Jahreszahlen. Weil es nicht nur um die Fakten geht, sondern auch um die Stimmung zwischen den Zeilen. War früher fast noch wichtiger beim Geschreibsel. Und dann wird auswendig gelernt. Und weil das mit einem ziemlich panischen Hirn nicht so gut geht, fällt auch das Entwickeln der Ereignisse der vergangenen zwei Wochen schwer. Aber irgendwann, nachdem ich minutenlang für den Einstieg brauche, bin ich einigermaßen drin. Vergesse nur weniges. Hoffe ich. Am Ende ist es dennoch ein bisschen ernüchternd. Herr Therapeut a...

Psychiatrie #48 Sekundärer Krankheitsgewinn?

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Wenn du gehst Dann lass 'n bisschen was von dir Hier bei mir, hier bei mir Weil ich eigentlich schon weiß Du fehlst mir (Johannes Oerding – Wenn Du gehst) *** Plötzlich ist man einer der im Schnitt fünf bis sieben engsten Menschen, deren Leben auf den Kopf gestellt wird. Plötzlich stellen sich so viele Fragen. Warum? Ist wahrscheinlich die Drängendste. Und… - in gewisser Hinsicht die Anmaßendste. Plötzlich ist da so viel Trauer. So viel Wut, die ich mir nur schwer eingestehe. So viel Überforderung. „Er wollte gehen. Also lass ihn gehen. Das hat mit Respekt für ihn und seine Entscheidung zu tun“ Bin ich jetzt respektlos, wenn ich ihn nicht gehen lassen will? Und wie viel ist bei solchen Ereignissen eigener Wille. Plötzlich steht man vor philosphischen Fragen. Plötzlich steht man vor der Frage: Wie trauert man eigentlich? Und wo trauert man? Und wie viel Zeit darf das beanspruchen? Wann muss ich wieder arbeitsfähig sein? Plö...