Patientenschicksale und Worte des Klinik - Therapeuten
Samstag, 15.02.2020 Samstagmittag. Ich habe mein Rad aus dem Keller geholt und bin mit dem Rucksack auf dem Rücken zum Supermarkt geradelt. Gerade stelle ich das Fahrrad in den Fahrradständer, als Jemand über den Parkplatz ruft „Hallo Frau Doktor…!“ Dorf eben. Auch am Wochenende kommt man nicht aus seinem Job raus. Innerhalb von Sekunden schalte ich auf dem Arbeitsmodus und schaue mich um, wer mich da gerufen hat. Die Angehörige eines Patienten, den ich lange Zeit betreut habe. „Ich weiß gar nicht, ob Sie sich noch erinnern…“, legt sie los. „Natürlich erinnere ich mich“, unterbreche ich sie. „Ihr Mann lag doch bestimmt bald drei Wochen bei mir…“ Ich erinnere mich an den Fall, der mich sämtliche Nerven gekostet hat. Der Schlaganfall war nur das Symptom eines ganz anderen Problems. Je mehr Diagnostik wir gemacht haben, desto mehr haben wir gefunden. Da war der Schlaganfall, eine schmerzhafte Schwellung am Nacken und ein Tumor mit aufgelagertem Thrombus im Herzen. Meine Aufgabe ...