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Das Jetzt als einzige Realität

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Ich habe heute Nacht nochmal eine Weile über das PJ in der Neuro nachgedacht. Das Problem ist, dass ich immer mehr erkenne, dass das „Jetzt“ die einzige Realität ist, die wir haben. Und dadurch, dass ich immer der festen Überzeugung war, dass in der Neuro alles besser wird, habe ich zwei Jahre lang teilweise in einer sehr dunklen Realität gelebt, so viel ausgehalten und so viel durchgestanden und jedes Mal, wenn die Frage aufkam, ob man nicht doch den Fokus darauf richten sollte, dass es jetzt besser wird, habe ich argumentiert: „Ja, aber die Neuro…“ Das war schon in der Ambulanz und auf der Station der Insider. Wenn man ehrlich ist, war es ja schon bei der Entlassung aus der Psychiatrie, spätestens ein paar Tage danach klar, dass das es nicht wesentlich besser funktionieren wird, als vor der Klinik. Ich bin wirklich nicht stolz darauf, aber ich habe am Ende teilweise in den Visiten die aktuelle Lage arg geschönt und manche Dinge nicht angesprochen, von denen ich weiß, dass ich...

Verloren auf der Station

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Es ist einfach nur noch anstrengend. Und je länger das so läuft, desto schwieriger wird es. Ich denke am Tag so viel hin und her, dass wahrscheinlich jeder davon müde werden würde. Es ist einfach nichts klar geregelt. Vielleicht interpretiere ich da auch zu viel in die Situationen, vielleicht denke ich mittlerweile viel zu viel nach… - ich weiß es nicht. Ich bin lange nicht mehr mit dieser Form von Angst in ein Krankenhaus gegangen. Nicht davor, den Patienten nicht gerecht zu werden, sondern davor, mit dem Team nicht zurecht zu kommen. Ich kann nicht mehr tun, als immer wieder zu fragen, ob es etwas zu tun gibt und ich etwas machen darf. „Die Mondkind hat eigene Patienten, aber die ignoriert sie.“ Ich bin wirklich die Letzte, die Patienten ignoriert. Vielleicht hat mich der Satz deshalb so getroffen. Aber wenn man die Visiten immer macht, ohne mir Bescheid zu sagen (und ich kann nicht immer jedem auf Verdacht hinterher rennen) und ständig irgendwelche Medikamente an...

Impressionen vom Wochenende

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Dieses Wochenende habe ich mal wieder genutzt, um den Bau zu verlassen. Ein Freund und ich haben sich irgendwo in der Mitte zwischen seinem und meinem Wohnort getroffen. Wobei Mitte genau genommen falsch ist – es war schon näher bei mir, als bei ihm. Es war ein Treffen, das ein bisschen angepasst war an unser beider Verfassung. Ich hätte es wahrscheinlich nicht hinbekommen heute ganz früh aufzustehen und am Abend sehr spät zurück zu kommen. Also haben wir uns etwas später getroffen, sind an ein paar Sehenswürdigkeiten vorbei gelaufen und haben dann noch ewig in einem Cafè gesessen. Es ist eine Form von „Stadtbesichtigung“, die ich bisher selten gemacht habe. Wenn ich früher mit meinen Eltern unterwegs war, gab es immer einen Plan, welche Plätze in der Stadt „abgearbeitet“ werden mussten. Da war kaum Zeit am Mittag bei einem leckeren Essen die Füße auszuruhen. Oder einfach mal in einem Park zu sitzen und die Stadt auf sich wirken zu lassen. Ich habe Städte immer gesehen, a...