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Ein Date mit dem Fußboden

Mondkind wacht auf. Es muss irgendwann mitten in der Nacht sein – jedenfalls ist es noch dunkel. Das Erste was sie merkt ist, dass sie furchtbare Bauchschmerzen hat, ihr schwindelig und kalt ist und dass ihre Beine unter der Bettdecke zittern. „Ich muss ins Bad“, denkt sie sich und schlägt die Decke zurück, was schon ein unfassbarer Kraftakt ist. Sie liegt auf ihrem Fußboden. Blut tropft aus ihrer Nase und sie weiß überhaupt nicht, wie sie da jetzt hingekommen ist. Sie hat keine Wollsocken mehr an den Füßen, stellt sie fest. Irgendwie scheint ihr Verstand auch ausgesetzt zu haben, denn sie ist immer noch der Meinung ins Bad zu müssen… Sie irrt über den Flur… falsche Türklinke… das ist das Zimmer ihrer Schwester. Sie liegt schon wieder auf dem Boden. Kalte Fliesen unter ihr. Immer noch tropft Blut aus der Nase, ihr Gesicht schmerzt, genauso wie ihr Kiefergelenk und einer ihrer Schneidezähne. Sie hat keine Ahnung, wie genau das alles im Zusammenhang s...

Von Trypanosomen und Lymphgefäßen

Dank Tavor war ich heute für die ersten Stunden des Tages mal wieder ein Mensch. Ich habe es ernsthaft vollbracht beinahe die gesamte Nacht durchzuschlafen. Ich glaube, es ist mittlerweile einige Wochen her, dass das geklappt hat. Entsprechend schnell habe ich um 9 Uhr die Beine aus dem Bett geschwungen und mir zum Frühstück ein paar pancakes mit Erdbeeren und Erdnusscreme gemacht. Ich liebe das einfach soooo sehr. Wenn Uni ist, esse ich immer – wenn überhaupt – Joghurt und das hängt mir mittlerweile echt zum Hals heraus. Aber wenn man um 5 Uhr aufstehen muss, habe ich halt weder Zeit noch Lust, pancakes zu machen. Heute morgen habe ich tatendurstig die verschiedenen Teile der Einleitung meiner Dissertation aneinander gefügt, Seitenzahlen und Inhaltsverzeichnis eingefügt und habe all das dann meinem Betreuer geschickt. Er wollte sich das übers Wochenende mal ansehen, ob das vom Aufbau her so bleiben kann und ob die inhaltlichen Schwerpunkte richtig sind. Anschließend s...

Neues aus der Anatomie

Ein Auto zu haben hat seinen Preis… Mondkind wird schon halb 7 aus dem Bett geschmissen, damit sie ihre Schwester zu ihrem Praktikum fahren kann, bevor sie sich auf den Weg in ihre Studienstadt macht. Nach Monaten hat sie es endlich geschafft, einen Termin bei ihrem Professor zu bekommen und sie ist gespannt, was dabei heraus kommt. Im schlimmsten Fall hatte sie nach dem Termin eine Doktorarbeit. Sie ist eine halbe Stunde zu früh in der Anatomie, weil sie eigentlich noch beim MTA im Labor vorbei möchte, um ihm frohe Ostern zu wünschen und er verquatscht sich immer gern mit ihr. Allerdings fängt der Professor sie schon auf dem Flur ab und nimmt sie mit in sein Büro. Mondkind hat alles vorbereitet und trägt vor, was sie bisher erreicht hat, welche Methoden warum nicht funktioniert haben (bisher war es im Endeffekt leider keine) und an welchen Stellen ihr Betreuer, der MTA und die Grafikerin ständig aneinander rasseln und es nicht vorwärts geht, weil sie sich ...

Von Stier und Einhorn

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Hallo Ihr Lieben, irgendwie war mir gestern nicht mehr so sehr nach Schreiben. Es war anstrengend im PSZ. Die Ärztin vom Freitag war plötzlich gar nicht mehr so nett und hat Mondkind am Ende noch damit herum gequält, wie genau sie sich denn umbringen würde. Mondkind kann aber über manche Dinge nicht reden und das gehört definitiv dazu. Sie hätte es aufgeschrieben, aber sie musste es sagen und es hat bestimmt 10 Minuten gedauert, während sie ganz langsam die Worte aneinander reihte und ihr Rinnsääle von Schweiß den Rücken hinunter liefen. Ganz am Ende ist die Entscheidung gefallen, dass Mondkind in die Klinik geht. Allerdings erst nach Ostern. Bis dahin fängt sie ganz normal an zu studieren. Mondkind ist müde. Sie denkt so viel und in ihr kämpft es. Ein paar Worte hat sie schon darüber geschrieben. (Voraussetzung, dass man Mondkind jetzt nicht für völlig durchgeknallt hält ist, dass man die Geschichte „Das letzte Einhorn“ kennt. Es ist schon Jahre...